So war die SPIEL 2010

13:16 in Messen, SPIEL by Tanis

Die weltgrößte Spielemesse ist vorbei und hat dieses Jahr einen neuen Besucher-Rekord aufgestellt. Insgesamt waren 154.000 Gäste vor Ort und haben sich auf die neuen Spiele gestürzt. Auch die kleine Panne am Donnerstag mit dem Kassensystem, die die Nerven vieler Besucher angespannt hatte, konnte daran nichts ändern. Wäre es hier reibungsloser verlaufen, könnte man bestimmt noch ein paar hundert Besucher mehr aufzählen. Wie dem auch sei, die Messe war toll und trotz der vollen Gänge und Tische für mich als Supporter sehr angenehm. Leider hatte ich, da dienstlich vor Ort, kaum Zeit mir die Neuheiten der anderen Verlage anzusehen. 7wonders soll gut sein und auch Thunderstone könnte mir gefallen.

Während der vier Tage, sind mir ein paar Dinge aufgefallen, die ich hier gerne wiedergeben würde.

Supporter tragen rot!

Ich glaube über siebzig Prozent der Erklärer auf der Messe trugen rote T-Shirts. Ich weiß nicht wieso dass so ist, aber selbst Ravensburger, deren Firmenlogo ja in blau gehalten ist, hatte seine Erklärer in rote Shirts gesteckt. Kosmos ist seiner Farbe (blau) treu geblieben und bildete damit eine Ausnahme.

Teambuilding oder nicht?

Vom Schmidt Spiele Stand aus hatten wir natürlich direkten Anschluss an unterschiedliche Verlage. Da warem zum Beispiel Noris, Zoch und auch Ravensburger. Bei Ravensburger gab es jeden Morgen ein Teambuilding, bei dem man sich gegenseitig mit lauten Rufen wie “Wir sind gut” oder “Wir sind besser” motivierte. Für mich wirkte das etwas befremdlich und ziemlich amerikanisch. Kosmos hatte am Freitag Abend noch eine Nachbesprechung und sicher auch eine Stand-Party. Ansich auch eine schöne Sache, aber nichts für Leute, die Teambuilding-Maßnahmen nicht sonderlich mögen.

Platzprobleme

Jedes Jahr ist es dasselbe Spiel. Die Tische sind rar und eigentlich könnte man deutlich mehr Spielfläche anbieten. Wir von Schmidt Spiele stehen direkt an der Cafeteria des Eingang Ost. Diese ist ein Geheimtip, um bei der Jagd auf die begehrten Spieltische etwas abzukürzen. Es ist schon witzig anzusehen, wie gegen zehn Uhr die Türen aufgehen und die Leute durch die Gänge rennen. Da die Verlage es unterschiedlich handhaben, wie die Tische besetzt und genutzt werden, ist dieser allmorgendliche Wettstreit durchaus nachzuvollziehen.

Bei Schmidt Spiele zum Beispiel sind die Tische frei für alle Spiele und dies auch zeitlich unbegrenzt. Es gibt Gruppen, die setzen sich um 10:00 Uhr hin und stehen um 19:00 Uhr wieder auf. Auf Toilette geht man grundsätzlich nur allein und wenn man fertig mit dem Spielen ist, veerbt man den Tisch an Freunde weiter, die man kurz zuvor per Mobiltelefon informiert hat. Asmodee wiederrum gibt auf den einzelnen Tischen vor, was gespielt wird. Damit kann der Verlag besser steuern, dass sich Gruppen nicht zu sehr festsetzen und mehr Leute die Möglichkeit haben, die Spiele kennen zu lernen. Eine weitere Regelung ist es, den Spielern zwei Spiele zu erklären und dann den Tisch für neue Interessenten frei zu machen.

Wie man es macht, die perfekte Lösung wird es nicht geben. Mehr Platz wäre sicher die beste Idee, das ist aber auch mit weiteren Kosten für Spiele-Erklärer und Miete verbunden. Daher ist klar, dass hier auch Grenzen gesetzt sind. Ich persönlich finde einen Mittelweg gut. Ein paar Spiele spielen und dann weiterziehen, doch was man einmal hat – in diesem Fall einen Sitzplatz – gibt man nicht gerne wieder ab.

Frauen auf dem Herrenklo!

Ein weiteres Platzproblem sind die Toiletten. Davon gibt es irgendwie immer zu wenige. Die Herren haben es hier nicht so schwer. Man steht zwar schon mal an um ein großes Geschäft zu verrichten, aber die Wartezeiten sind überschaubar. Anders bei den Frauen, denn da bilden sich regelrechte Warteschlangen vor den sanitären Anlagen. Hier kam es dann schon mal vor, dass eine weibliche Person im Männerbereich gesehen wurde. Stellt euch das mal umgedreht vor, da wäre das Geschreie aber groß. *gg*

Presse vs. Besucher

Der gemeine Besucher darf die Messe erst um 10:00 Uhr betreten. Aussteller kommen schon deutlich früher auf das Gelände. Die Presse offiziell ab 09:00 Uhr und damit haben sie eine ganze Stunde Vorsprung. Oft wird dies genutzt, um Termine wahrzunehmen oder hier und da schon mal in die Neuheiten reinzuschnuppern. Problematisch wird es, wenn die Presse einen Stand komplett besetzt, sodass von 25 Spieltischen um 10:00 Uhr nur noch vier für die Besucher frei sind. Das sorgt für Frust und Unmut. Mittwoch ist ja ein Tag, wo nur die Presse über die Messe rauscht, da frage ich mich schon, wieso an einem Freitag eine derartige “Überbuchung” notwendig ist.

Nein dieser Tisch wird nicht frei!

Eine unschöne Sache, die mir ein Dorn im Auge ist, sind Leute die T-Shirts tragen die scheinbar das Gespräch bzw. Fragen verhindern sollen. Weiter oben sprach ich ja schon mal das Thema Platzprobleme an. Gerade bei Ständen, wo man im Grunde den ganzen Tag sitzen kann, tauchen vermehrt Leute auf, die diese unsäglichen T-Shirts und Pullover tragen. Erschreckenderweise handelt es sich hierbei oftmals um Vielspieler, die somit meines Erachtens die Gelegenheitsspieler und damit auch potentielle Neuzugänge vergraulen.

Ich finde eine solche Einstellung nicht nur egoistisch, sondern auch ziemlich daneben. Auch wenn die zehnte Person fragt, ob der Tisch nach diesem Spiel frei wird, kann man freundlich bleiben und entsprechend antworten. Außerdem sollte man sich selbst fragen, ob man fairerweise vielleicht nicht auch den anderen Gästen die Möglichkeit geben möchte, die neue Spiele kennenzulernen. Denkt mal drüber nach und seid ein bisschen sozialer.

Das soweit von mir zur SPIEL 2010. Ich freue mich schon auf das Jahr 2011 und hoffe dann dort auch wieder mit von der Partie zu sein.