Wir sitzen gerade im Zug und befinden uns auf dem Weg zurück nach Berlin. Es ist kurz vor 23:00 Uhr und mit einer guten halben Stunde Verspätung werden wir wohl nicht vor Mitternacht in Berlin ankommen. Genug Zeit für mich, ein paar Eindrücke der letzten Tage niederzuschreiben. Ich war ja von Mittwoch bis Sonntag (21.10. – 25.10.2009) in Essen auf der Spiel 2009. Vier Tage habe ich dort von 10:00 bis 19:00 Uhr Spiele rund aus dem Sortiment von Schmidt Spiele, Hans im Glück und Drei Magier erklärt.
Nachdem ich ja schon letztes Jahr in Essen war, kannte ich Vieles schon. Mit meinem Einstieg in das Schmidt Spiele Supporter-Team im Februar 2009 hatte ich nun auch diesen Oktober das Glück, für den Berliner Verlag in Essen sein zu können. Vier Tage Arbeit, die aber keineswegs anstrengend waren. Spiele erklären liegt mir irgendwie im Blut und daher hatte ich eine Menge Spaß. Gut, die ersten beiden Tage brummte mir am Abend der Kopf schon ein wenig. Dennoch muss ich sagen, dass die letzten vier Tage ein echt angenehmes Arbeiten waren.
Schlüsselerlebnisse gab es Einige. So hatte ich gleich am ersten Tag eine Runde mit einer äußerst anstrengenden Dame, die scheinbar immer und alles besser wußte. Die Spielregel belehrte sie dann immer eines Besseren, da meine Worte scheinbar nicht genügten. Ich dachte mir zum Glück nur, wie die Leute, die mit ihr dort waren, es tagtäglich mit der guten Frau aushalten.
Am Freitag hatte ich dann auch die Picknick-Vertretung an einem Tisch, die von 10:00 bis 18:00 Uhr am Schmidt Stand saß und bestens für den Tag gewappnet war. Vater, Mutter und zwei Kinder antworteten auf die Frage, was sie denn gerne spielen möchten fast schon wie im Chor: „Alles!“ Zwischendrin gab es dann auch Mittagspause direkt am Stand und auf Toilette ging man natürlich nur alleine. Der Tisch musste beschützt werden. Fettige Hände und einem zeitgleiches Kartenspielen war einer der Höhepunkte dieses Tages.
Am Samstag war dann de Stunde der Sprinter und Kostümträger gekommen. Kurz vor 10:00 Uhr rannten die Leute wie die Irren vom Eingang auf die Tische der einzelnen Verlagsstände zu. Einen kurzen Moment dachte ich darüber nach, mich umzudrehen und schreiend vor ihnen wegzulaufen. Zu sehen gab es auch wieder Einiges. Da gab es die Harry Potter Fans, Manga-Figuren, Walzelfen und sogar einem richtig hübschen Link aus dem bekannten Spiel Zelda.
Der Sonntag war dann recht entspannt. Zwar waren hier immer noch einige Läufer unterwegs, aber den stärksten Tag hatten wir da bereits hinter uns gelassen. Ein besonderes Erlebnis war dann noch der Spieleverkauf der vielen offenen und wenigen geschlossenen Spiele, die wir die letzten vier Tage für unsere zahlreichen Demo-Runden gebraucht haben. Ab 16:00 Uhr ging es damit los und die Leute waren teilweise wie wilde Tiere, die um ein verletztes Tier streunen. Das war teilweise schon ziemlich anstrengend, aber wenn es etwas gibt, dass günstiger ist, wollen es halt alle haben. Das Geschrei war dann auch dementsprechend groß, als Punkt 18:00 Uhr Feierabend war. Noch mal ein interessanter Einblick in die Welt der internationalen Spielemesse in Essen.
Rückblickend auf die letzten vier Tage kann ich sagen, dass diese wie im Flug vergangen sind. Als ich am Donnerstag das erste Mal auf die Uhr schaute, war es schon 15:30 Uhr und das will schon was heißen. Ich konnte auch wieder ein wenig meine Englischkenntnisse nutzen und schulen. Insgesamt fünf Mal musste ich das Spiel Egizia in Englisch erklären, was mir aber schon ab dem zweiten Mal keine größeren Schwierigkeiten bereitete. Da bin ich schon ein bisschen stolz auf mich.
Damit wären die Großveranstaltungen für dieses Jahr abgeschlossen. Nächster Halt ist dann die Spielwarenmesse 2010 in Nürnberg. Bis dahin vergehen aber zum Glück noch drei Monate. Genügend Zeit also, sich vom Messestress zu erholen.